Praxistest Dresden

Eine signifikante Erhöhung des Anteils von regenerativ erzeugten Strom ist nur erreichbar, wenn das künftige Zusammenspiel von Stromangebot und Nachfrage effizienter als bislang koordiniert wird. Um dies zu erreichen, ist die Einbeziehung von Speichertechnologien auf Basis intelligenter Steuerungs- und Regelungstechniken unerlässlich.
Durch die Mitarbeit der DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH im Projekt Modellstadt Mannheim können praxisnahe Beispiellösungen demonstriert werden, bei denen durch Optimierung der „thermischen Trägheitsreserve“ von Gebäuden und Anlagen eine gezielte Leistungseinsenkung bei Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugten Strom erreicht werden kann (Bereitstellung von „negativer“ Regelenergie bei gleichzeitiger Einbeziehung des Mediums Fernwärme als Energiespeicher).
Grundlage des Feldversuchs Dresden bildet die Studie der Technischen Universität Dresden, worin der Zusammenhang zwischen vermindertem Wärmeangebot und Absinken der Raumtemperatur in einem Gebäude untersucht wird.
Diese kausale Wirkung der beiden Größen lässt sich in der Praxis mit der gezielten Reduktion von KWK – el. Leistung und gleichzeitiger Minderproduktion von Fernwärme vergleichen. Im Ergebnis der TU–Untersuchungen wurde ein Prognosewerkzeug erstellt, welches das dynamische Verhalten von Gebäuden für verschiedene Randbedingungen approximiert und Richtangaben liefert über Umfang und Dauer einer Wärmereduktion in Gebäuden ohne die thermische Behaglichkeit beim Kunden zu beeinträchtigen.
Weiterer Bestandteil der TU-Ausarbeitung ist die Erstellung eines 4-stufigen Messkonzeptes zur praktischen Bestätigung der in der Studie erbrachten Simulationsergebnisse.
Durch die im Sommer 2011 startenden und bis Ende 2012 geplanten Feldversuche im Stadtgebiet Dresden soll die Praxisrelevanz des Konzeptes erprobt und bewertet werden. Darüber hinaus soll auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse eine Potentialabschätzung für das Fernwärmenetz Dresdens bzw. eine Kosten-/Nutzenrechnung für diesen Technologieansatz durchgeführt werden.
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